Publishing Partner: Cambridge University Press CUP Extra Publisher Login
amazon logo
More Info


E-mail this page

Conference Information



Full Title: DgfS 2015 - AG 8: Normalität in der Sprache

      
Location: Leipzig, Germany
Start Date: 04-Mar-2015 - 06-Mar-2015
Contact: Franz d'Avis Horst Lonstein
Meeting Email: click here to access email
Meeting URL: http://conference.uni-leipzig.de/dgfs2015/index.php?id=68
Meeting Description: Das Konzept der Normalität spielt in vielen Bereichen der Sprache eine
zentrale Rolle. Ein möglicher Grund dafür ist, dass Annahmen über
Normalität – Normalerwartungen oder Normalvorstellungen – die Komplexität
sprachlichen Handelns reduzieren und damit Kommunikation vereinfachen bzw.
erst ermöglichen: Bestimmte Ereignisse sind erwartbarer als andere, sie
„verstehen sich von selbst“ und müssen nicht sprachlich verhandelt werden.
Unter Bezug auf Konzepte wie Default, Salienz, Präferenz, Common Ground,
Stereotyp, Prototyp oder Frame, die alle in unterschiedlicher Form auf die
Kategorie der Normalität rekurrieren, wurden Phänomene der Syntax (z.B.
normale Wortfolge, Default-Reihenfolge bei Argument Linking), der Semantik
(z.B. generische Sätze, präferierte Lesarten) und der Pragmatik (z.B.
Implikaturen, Frage-Antwort-Paare, Normalkontext) zu erfassen versucht.
Trotzdem gibt es bisher keine kohärente linguistische Theorie der
Normalität. Z.B. nutzt man ein Konzept von Default für die Analyse von
skalaren Impikaturen (Einige Schüler waren pünktlich. +> Nicht alle Schüler
waren pünktlich.). Neo-Grice’sche Analysen gehen davon aus, dass die
Implikatur ‚nicht alle‘ normalerweise, d.h. in Abwesenheit von speziellen
Umständen, mit dem Ausdruck einige assoziiert wird. Geurts (2010:93) weist
nun allerdings darauf hin, dass „authors who claim that implicatures are
defaults […] almost never endeavour to explain why”. Darüber hinaus gibt es
eine Vielzahl sprachlicher Ausdruckstypen, bei deren Analyse man vermutlich
auf ein Konzept von Normalerwartungen von Sprecher und/oder Hörer zugreifen
muss, z.B. konzessive Konstruktionen, Exklamative. Solche Ausdruckstypen
werfen die Frage auf, welchen Status Normalerwartungen von Sprechern in
einer linguistischen Theorie haben sollen. Ziel der AG ist es,
Linguist/inn/en zusammenzuführen, die sich aus verschiedenen Perspektiven
mit Phänomenen linguistischer Normalität und Normalerwartung beschäftigen,
um so die vorhandene Forschung in diesem Bereich zu bündeln und neue
Perspektiven zu eröffnen.
Linguistic Subfield: General Linguistics; Linguistic Theories; Philosophy of Language; Pragmatics; Semantics
LL Issue: 25.2669

This is a session of the following meeting:
Annual Meeting 2015 of DGfS (Deutsche Gesellschaft für Sprachwissenschaft)

Back
Calls and Conferences main page