LINGUIST List 19.416
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Tue Feb 05 2008
Confs: General Linguistics/Germany
Editor for this issue: Stephanie Morse
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1. Mareike
Buss,
Arbeitstreffen Linguistische Pragmatik 2008
Message 1: Arbeitstreffen Linguistische Pragmatik 2008
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Date: 04-Feb-2008
From: Mareike Buss <m.buss isk.rwth-aachen.de>
Subject: Arbeitstreffen Linguistische Pragmatik 2008
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Arbeitstreffen Linguistische Pragmatik 2008 Short Title: ALP 2008 Date: 26-Feb-2008 - 26-Feb-2008 Location: Bamberg, Germany Contact: Mareike Buss Contact Email: m.buss isk.rwth-aachen.de Meeting URL: http://www.alp-info.de Linguistic Field(s): General Linguistics Meeting Description: Conference topic: Sprachliche Indexikalität - Linguistic Indexicality The conference topic will be discussed from a multidisciplinary perspective, e.g. discourse grammar, conversation analysis, and semiotics. The conference language is German. Indexikalische Zeichen stellen eine direkte Interaktionsbeziehung zwischen Sprache und Welt her, so "daß die Welt in der Sprache anwesend ist'' (Pape 2002, 93). Ihre Referenz ist im Kontext festgelegt und unmittelbar an die "Sprecher-Origo'' (Bühler [1934] ³1999) gebunden. Dadurch ermöglichen indexikalische Ausdrücke eine Bezugnahme auf Gegenstände im "Hier-und-Jetzt'', die durch andere sprachliche Mittel nicht erreicht werden kann. Der indexikalischen Dimension von Sprache ist in der Linguistik (Zeichentheorie, Semantik und Pragmatik/Gesprächsanalyse) sowie in der Sprachphilosophie neuerdings wieder größere Aufmerksamkeit zugewandt worden (z.B. Pape/Kettner 2002; Silverstein 2003). Die Indexikalität von sprachlichen Ausdrücken scheint auch für Syntax und Morphologie eine Rolle zu spielen; die Systematik von Kasussplits in verschiedenen Sprachen deutet z.B. darauf hin (Silverstein 1981), und auch bestimmte Grammatikalisierungsphänomene können durch eine Zunahme an Indexikalität beschrieben werden. Schon Charles S. Peirce hatte auf die grundlegende Verwobenheit der verschiedenen Arten der Bezugnahme (ikonisch, indexikalisch, symbolisch) aufmerksam gemacht. In der kulturwissenschaftlichen Diskussion zu Performativität und Medialität von Sprache wird dieser Gedanke wieder aufgenommen und auf die Differenz von "Sagen'' und "Zeigen'' abgebildet (Krämer 2003). Die Vorträge des diesjährigen Arbeitstreffens linguistische Pragmatik beschreiben zum einen auf empirischer Basis die konkreten sprachlich-kommunikativen Mittel, mit denen Sprecher und Hörer in der sprachlichen Interaktion "die Welt in die Sprache holen''. Komplementär dazu wird Indexikalität aus theoretischer Perspektive als eine fundamentale semiotische Dimension von Sprache reflektiert und damit als notwendiger Gegenstand linguistischer Theoriebildung in den Blick genommen. Auf diese Weise werden auch Schnittstellen zwischen den kernlinguistischen Disziplinen (Morphologie, Syntax, Semantik, Pragmatik) und der Interaktionalen Linguistik, der Zeichentheorie und der Sprachphilosophie deutlich. Programm 09:00-09:15 Begrüssung 09:15-10:00 Plenarvortrag: Helmut Pape (U Bamberg): Hier, jetzt, ich! Wieso alltägliche Spracherfahrung das theoretische Verstehen der Bedeutung der Indexikalität in die Irre führt 10:00-10:15 Pause Sektion1 (1/1) Kommunikation und Erfahrung 10:15-10:45 Elke Nowak (TU Berlin): Zur Kategorisierung von Erfahrung 10:45-11:15 Maurice Vliegen (VU Amsterdam): Kommunikationsverben im Deutschen: Subjektivität und Redewiedergabe 11:15-11:45 Frank Oberzaucher & Holger Finke (U Bielefeld): "nee aber das sind ja schon (-) äh: paar sachen'' - Kommunikative Praktiken der Indexikalität im Dienste der Realisierung eines Arbeitsbündnisses in Hebammen-Erstgesprächen 11:45-12:15 Kaffeepause (1/2) Diskurspragmatik und Grammatik 12:15-12:45 Elke Diedrichsen (U Düsseldorf): Indexikalität als pragmatische Basis von Kasussystemen 12:45-13:15 Emad Roshdy Siam (El Minya U): Zum Phänomen der Reflexivität im Deutschen und ihrer Wiedergabe im Arabischen. Eine korpusbezogene Studie auf struktureller Basis 13:15-14:30 Mittagspause (1/3) Refernz und Anaphorik 14:30-15:00 Manfred Consten (U Jena): Woher kommt der Referent? Die Selektion von Referenzdomänen als Grundproblem der Indexikalität 15:00-15:30 Maria Averintseva-Klisch (U Tübingen) & Fabienne Salfner (ZAS Berlin): Ist da das "Hier und Jetzt''? Überlegungen zum anaphorischen Gebrauch von da 15:30-16:00 Kaffepause (1/4) Schnittstellen 16:00-16:30 Helge Skirl (U Jena): Zur Semantik-Pragmatik-Schnittstelle am Beispiel von Emergenz beim Metaphernverstehen 16:30-17:00 Detmer Wulf (U Düsseldorf): Kohärenz, Informationsstruktur und Indexikalität Sektion 2 (2/1) Zeichentheorie 10:15-10:45 Ulf Harendarski (U Oldenburg): Signifikanz, Kraft und Deixis: gehört alles zur Indexikalität? 10:45-11:15 Janette Friedrich (U Genève): Bühlers Idee vom Zeigfeld und seine Zeighilfen oder wie stellt Sprache eigentlich dar? 11:15-11:45 Daniel H. Rellstab (U Bern): Peirce, Indexikalität und die Logik des Sprachvergleichs 11:45-12:15 Kaffepause (2/2) Multimodalität 12:15-12:45 Gisela Fehrmann & Erika Linz (U Köln): Der deiktische Appell. Zur kommunikativen Funktion verbaler und non-verbaler Indices 12:45-13:15 Anja Stukenbrock (U Freiburg): Formen verbaler und non-verbaler Indexikalität in der sprachlichen Interaktion 13:15-14:30 Mittagspause (2/3) Adressierung 14:30-15:00 Jörg Jost (RWTH Aachen): Sprachliche Indexikalität in der Textsorte Lehrerkommen¬tar: Re-Konstruktion von "Unterrichtswelt' und Organisation von Adressierungsverhältnissen 15:00-15:30 Philipp von Samson-Himmelstjerna (HS Utrecht): Der soziale Index. Überlegungen zur sozialen Relevanz indexikalischer Ausdrücke 15:30-16:00 Kaffepause (2/4) Gesprächsorganisation 16:00-16:30 Wolfgang Imo (U Münster): "so un jetzt erzählsch nacher weiter'' - Das Adverb jetzt zwischen Zeit- und Gesprächsdeixis 16:30-17:00 Marcus Müller (U Heidelberg): HÄ?! Missverstehen als Indizierung hybrider Kontexte 17:00-17:30 Thesen zu Indexikalität und Sprache-Abschulussdiskussion 17:30-18:00 Zur Zukunft des ALP-Verbascheidung un Aufbruch
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