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LINGUIST List 20.2352

Wed Jul 01 2009

Calls: Ling and Literature, Philosophy of Lang, Pragmatics/Germany

Editor for this issue: Amy Brunett <brunettlinguistlist.org>


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        1.    Lisanne Ebert, Emotionale Grenzgänge

Message 1: Emotionale Grenzgänge
Date: 01-Jul-2009
From: Lisanne Ebert <languagetalks1lrz.uni-muenchen.de>
Subject: Emotionale Grenzgänge
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Full Title: Emotionale Grenzgänge
Short Title: languagetalks

Date: 08-Oct-2009 - 10-Oct-2009
Location: München, Germany
Contact Person: Nari Huwe Lisanne Ebert
Meeting Email: languagetalks2lrz.uni-muenchen.de
Web Site: http://www.languagetalks.fak13.uni-muenchen.de/index.html

Linguistic Field(s): Ling & Literature; Pragmatics

Call Deadline: 15-Jul-2009

Meeting Description:

Emotionale Grenzgänge: Konzeptualisierungen von Liebe, Trauer und Angst in
Sprache und Literatur:

Datum: 8. bis 10. Oktober 2009
Ort: LMU München
Organisation: ProLit und LIPP
Geladene Referenten:
-Prof. Dr. Fiehler (Linguistik),
-Prof. Dr. Anz (Literaturwissenschaft),
-PD Dr. Lüdtke (Sprachpädagogik und Sprachtherapie),
-Dr. Mikko Salmela (Philosophie)

Im Fokus dieser Tagung soll die Wechselwirkung und gegenseitige Bedingtheit von
Sprachlichkeit und Emotion stehen. In diesem Zusammenhang lassen sich folgende
grundlegende Fragen formulieren:

Existieren Emotionen ohne Sprache?
Wie wird Sprache von Emotionen geprägt?
Wie können Emotionen durch Sprache zum Ausdruck gebracht werden?

Vor diesem Hintergrund interessieren wir uns besonders für Schnittstellen
zwischen Sprache und Literatur.

Grenzsituationen sind mit Karl Jaspers ein wesentliches Moment des menschlichen
Daseins. Es sind Erfahrungen, in denen gewohnte Problemlösungsverfahren,
Denkmuster und Orientierungsmöglichkeiten und bisweilen auch menschliches
Sprachvermögen, -versagen. Das daraus erfolgende Zurückgeworfensein auf die
eigene Endlichkeit und physische Verfasstheit birgt gleichzeitig auch die
Möglichzeit einer Transformation von Subjekten und/oder Gesellschaften. Als
Momente dessen, was am Rande des Menschlichen erfahrbar ist, verweisen
Grenzsituationen implizit auf die Grenzen gesellschaftlicher und individueller
Rationalität, und dergestalt rückt durch diese Phänomene insbesondere
Emotionalität in den Vordergrund. Erfahrungen wie Liebe, Angst und Trauer
stellen eben solche Grenzphänomene dar. Sie erscheinen aus
literaturwissenschaftlicher und linguistischer Perspektive besonders relevant,
weil hier die wechselseitige Verschränkung von Sprachlichkeit und Emotionalität
besonders deutlich wird. Von Interesse ist hierbei unter anderem, wie
Grenzerfahrungen verarbeitet und mitgeteilt sowie ästhetisch dargestellt und
damit vermittelt werden können, und welche Wirkungen dadurch ausgelöst werden.

Liebe als emotionales Grenzphänomen stellt insofern ein Paradoxon dar, als die
in der Liebe erfahrene Selbstentäußerung sowohl Lust als auch Leid, Freude oder
Schmerz erzeugen kann. Das Überwältigende dieses Gefühls wird in Abhängigkeit
von kulturellen und historischen Rahmenbedingungen positiv oder negativ
gewertet, wobei Liebe zwischen Erfüllung und Aufschub oszilliert.

Call for Papers:

In den Beiträgen könnte es z. B. um folgende Aspekte gehen:

Trauer im Spannungsfeld zwischen Intimität und Öffentlichkeit: Welche rituellen
oder konventionalisierten sprachlich-literarischen Ausdrucksformen von
Verlusterfahrung gibt es? Wie tragen gerade diese konventionalisierten Formen
zur persönlichen und/oder kollektiven Verarbeitung eines Verlustes bei? Welche
Funktionen hat das Schweigen als spezifischer Trauerausdruck im Spannungsfeld
zwischen innerem Erleben und äußerem Mitteilen? Inwieweit wirft Schweigen als
emphatischer Artikulationsmodus zugleich auch Fragen nach der
(Un-)Übersetzbarkeit von Trauer auf?Welche sprachlich-ästhetischen Möglichkeiten
entfalten sich im Verlauf des durch den Verlust ausgelösten Prozesses, vom
auslösenden Ereignis über Verdrängung hin zur Verarbeitung? Wie lässt sich die
spezifisch literarische Trauerkompetenz erfassen? Angst als emotionales
Grenzphänomen ist eine Reaktion auf eine fundamentale Bedrohung der eigenen
Existenz, sei sie subjektiv empfunden oder objektiv gegeben. Die Angsterfahrung
befindet sich im Spannungsfeld zwischen diffus-chronisch und
gerichtet-punktuell. Gesellschaftlich kodiert ist dabei die Frage, wovor man
Angst haben kann und muss, und wie damit umgegangen wird.

In den Beiträgen könnte es z. B. um folgende Aspekte gehen:

Aus welchen Quellen bezieht das Motiv Angst seine Faszination und wie wird es in
verschiedenen Epochen und Genres sprachlich umgesetzt? Wie erfolgt die
Darstellung der reflexiven und verkörperten Angst? Welche Phasen des
sprachlichen Ausdrucks von Angst gibt es? Angst gilt als starkes Mittel in der
Kontrolle und Führung von Menschen, ist somit elementar in Politik und Religion
verankert. Wie wird Angst sprachlich hervorgerufen? Wie werden die verschiedenen
Formen der er-lesenen` und erlebten Angst sprachlich realisiert und
verarbeitet?Die Tagung richtet sich in erster Linie an DoktorandInnen und
Postdocs. Besonders willkommen sind Beiträge, die thematisch und methodologisch
disziplinübergreifend angelegt sind und an der Schnittstelle von Sprache und
Literatur arbeiten.

Abstracts (max. 300 Wörter in Pdf- oder Word-Format) zu einem 20-minütigen
Vortrag können bis zum 15. Juli 2009 mit dem Betreff Abstract Emotionale
Grenzgänge an folgende Mailadresse gesandt werden:

languagetalks2lrz.uni-muenchen.de

Die BewerberInnen werden bis zum 1. August 2009 verständigt.

Zu beachtende Bewerbungsformalia für den Abstract:

Titel
Name, Kontakt des Erstautors, sowie Co-Autor(en)
Fachbereich und Institution
Abstract (max. 300 Wörter)
Schlagwörter erwünscht
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