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LINGUIST List 22.3013

Tue Jul 26 2011

Calls: German, Czech, Socioling, Translation, Discourse Analysis/Germany

Editor for this issue: Alison Zaharee <alisonlinguistlist.org>


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        1.     Christoph Marx , Grenzen der Grenzüberschreitung

Message 1: Grenzen der Grenzüberschreitung
Date: 25-Jul-2011
From: Christoph Marx <Christoph.Marxsprachlit.uni-regensburg.de>
Subject: Grenzen der Grenzüberschreitung
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Full Title: Grenzen der Grenzüberschreitung

Date: 21-Oct-2011 - 22-Oct-2011
Location: Münster, Germany
Contact Person: Christoph Marx
Meeting Email: < click here to access email >
Web Site: http://www.grenzorganisationen.de

Linguistic Field(s): Discourse Analysis; Sociolinguistics; Translation

Subject Language(s): Czech; German

Call Deadline: 10-Aug-2011

Meeting Description:

Grenzen der Grenzüberschreitung:
Praktiken und Strategien in und von Grenzorganisationen
21.-22.Oktober 2011, Institut für Soziologie, Westfälische Wilhelms-Universität
Münster

Der vom BMBF-geförderte, interuniversitäre und interdisziplinäre Forschungsverbund (http://www.grenzorganisationen.de) untersucht Herausforderungen und Lösungsansätze im Umgang mit Übersetzungszwängen in grenzüberschreitenden Organisationen entlang der bayerisch-tschechischen Landes-, Sprach- und Kulturgrenze. Übersetzungsprozesse, z.B. im Hinblick auf unterschiedliche Rechtsräume, Praxisformen organisierten Arbeitens, Wissenskulturen und nationalkulturelle Erfahrungszusammenhänge werden aus linguistischer Sicht unter dem Aspekt des alltäglichen und reflexiven Sprachmanagements betrachtet, aus pädagogischer Sicht unter Gesichtspunkten des organisationalen Lernens und der Identitätsbildung. Die Soziologie untersucht diese Übersetzungs-verhältnisse mit Fokus auf die Vermittlung von programmatischen Zielen und deren praktische Umsetzungen im grenzüberschreitenden Organisationshandeln. Zu den vorläufigen Befunden gehört zum einen, dass grenzüberschreitende Kooperationen projektförmig eingerichtet und in den Organisationen verankert sind; zum anderen, dass die Grenzorganisationen in ihren Praktiken und Strategien Grenzen nicht nur überschreiten, sondern auch funktionalisieren.

Der Workshop dient dem Austausch und der wechselseitigen Anregung zwischen Wissenschaftlern des interdisziplinären Forschungsverbunds und KollegInnen, die sich mit ähnlich gelagerten Thematiken empirisch und/oder theoretisch befassen.

Gegenstand des Workshops sind charakteristische Problemkonstellationen grenzüberschreitend tätiger Organisationen. Zwar finden sich in Grenzregionen projektförmige, hybride Organisationen, die als besonders geeignet gelten, soziale,kulturelle, administrative etc. Projekte der Grenzüberschreitung anzuschieben und auf Dauer zu stellen. Allerdings scheinen sie aufgrund rechtlicher, finanzieller, motivationaler und programmatischer Rahmenbedingungen mit harten ‘Grenzen der Grenzüberschreitung’ konfrontiert zu sein und im Umgang mit diesen Restriktionen eigene Taktiken, Strategien, performative Praktiken und Expertiseformen auszubilden, die ihrerseits auch grenzerhaltend wirken. Hierzu gehören Strategien und Praktiken der losen Koppelung und der pragmatischen Applikation, die es den Beteiligten erlauben, unterschiedliche Assoziationen mit gemeinsamen Projekten verbinden zu können. Organisationales Lernen ist dabei primär nicht auf die Realisierung der Grenzüberschreitung, sondern auf den Erhalt der Organisation (Identitätslernen) ausgerichtet. Auf dem Workshop sollen die Grenzen der Grenzüberschreitung und die diesbezüglichen Strategien und Praktiken analysiert,theoretisch reflektiert und diskutiert werden.

Für den Workshop sind drei Foren geplant:

- Pädagogisches Forum (21.10. nachmittags): Transformation und Tradierung. Organisationslernen im Kontext der Grenzüberschreitung
Grenzen und Differenzen. Herausforderungen der grenzüberschreitenden Praxis pädagogischer Organisationen
- Linguistisches Forum (22.10. vormittags): Organisation in Interaktion. Sprachliche Grenzen und Grenzen ihrer Überschreitung in grenzüberschreitenden Organisationen
- Soziologisches Forum (22.10. nachmittags): Funktionen der Dissimulation in der grenzüberschreitenden Vermittlung von Programm und Praxis

Call for Papers:

Für diese Foren möchten wir Referentinnen und Referenten gewinnen, die sich aus den genannten oder verwandten wissenschaftlichen Fachrichtungen mit Grenzen, Grenzräumen und Grenzorganisationen empirisch und/oder theoretisch befasst haben. Erbeten werden abstracts (ca. 1-2 Seiten) bis zum 10.08.2011 an:

Dr. Matthias Klemm, Institut für Soziologie, Scharnhorststr. 121, WestfälischeWilhelms-Universität Münster, 48151 Münster
email: Matthias.Klemmuni-muenster.de (Tel. erreichbar: 09131-8522092)

Die Benachrichtigungen erfolgen bis zum 01.09.2011. Das Programm für die Tagung wird Anfang September veröffentlicht.

Tagungsort ist das Institut für Soziologie, Scharnhorststr. 121, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 48151. Tagungsgebühr wird nicht erhoben, Reise-und Übernachtungskosten werden übernommen.

Projektverantwortliche und Veranstalter des Workshops sind Prof. Dr. Michael Göhlich(Institut für Pädagogik, FAU Erlangen-Nürnberg), Prof. Dr. Marek Nekula (Bohemicum,Universität Regensburg und Prof. Dr. Joachim Renn (Insitut für Soziologie, WWU Münster).

Pädagogisches Forum:

Transformation und Tradierung. Organisationslernen im Kontext der Grenzüberschreitung

Prozesse des Organisierens im Kontext (inter)kultureller Grenzüberschreitung sind in Verlauf und Resultat ungewisse und komplexe Vorgänge. Als 'Quelle von Neuerungen' (Berthoin Antal/Quack 2006: 14) haben Grenzüberschreitungen vielseitige Implikationen für Lernprozesse: Im Spannungsfeld der Möglichkeiten einer relativen Geschlossenheit der Wiederholung (Tradierung) und der prinzipiellen Offenheit für Neues (Transformation)entwickeln Grenz-organisationen spezifische Praktiken und Strategien eines übersetzenden Umgangs mit dem Anspruch und der Wirklichkeit der Grenzüberschreitung. Die im Forum zu diskutierende These lautet, dass sich Transformations- wie Tradierungsprozesse in und von Grenzorganisationen nicht nur auf gewohnte (national)kulturelle o.ä. Orientierungen sondern vor allem auf gegebene Formen der Grenzüberschreitungen selbst beziehen. Einerseits Bergen Grenzüberschreitungen das Potential, kulturelle Grenzen zu ziehen oder gar zu verstärken - das Bewährte zu bewahren und Neues nicht zu zulassen. Andererseits ermöglichen Grenzüberschreitungen im Angesicht diverser kultureller Übersetzungsanforderungen und Differenzerfahrungen aber auch Innovation - etwa im Sinne der Entfremdung vom 'Eigenen' und 'Bewährten' und einer (aus Faszination am 'Fremden' zuweilen beschwerlichen) Rückkehr aus der Entfremdung.

Vor diesem Hintergrund fragt das Forum nach dem 'Spezifischen' des grenzüberschreitenden organisationalen Lernens: Inwiefern unterscheidet sich ein theoretisches Konzept des grenzüberschreitend organisationales Lernen von gängigen Konzepten des organisationalen Lernens, bzw. Welche Anschluss-möglichkeiten gibt es und welche Perspektivenwechsel sind notwendig? Was sind Bedingungen, Verläufe und Resultate grenzüberschreitenden Organisationslernens und wie lassen sich diese (etwa aus praxistheoretischer Perspektive) hinsichtlich ihrer spezifischen Performativität, Prozessualität und Materialität beschreiben/analysieren?

Grenzen und Differenzen. Herausforderungen der grenzüberschreitenden Praxis pädagogischer Organisationen.

Grenzüberschreitende Kooperationen erfahren im Zuge von Europäisierung und Transnationalisierung einen erheblichen Bedeutungszuwachs. Im Unterschied zur politischen Emphase der Grenzüberwindung verweist die Praxis grenzüberschreitender Zusammenarbeit auf unterschiedliche Formen der Grenzerhaltung bzw. -verschiebung. Über die normative Dimension hinaus great dabei der Umgang mit Differenzen zum Angelpunkt organisationalen Lernens grenzüberschreitender Zusammenarbeit.

Das Teilprojekt setzt sich mit den Herausforderungen der grenzüberschreitenden Praxis pädagogischer Organisationen auseinander und fokussiert in Verbindung mit dem Konzept kollektiver Gedächtnisse die Entwicklung und Konstituierung organisationaler Identitäten. Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei vor allem die narrativen, semantischen und symbolischen Selbstthematisierungen der Organisationen, die sich als Formen der Wissensgenerierung auf die spezifischen Erfahrungen grenzüberschreitender Zusammenarbeit zurückführen lassen. Relationale Differenzen (Hatch/ Schulz 2000) im Kontext der Grenzüberschreitung resultieren jedoch nicht nur aus Unterschieden zwischen zwei (nationalkulturellen) Sinnsystemen, sondern verweisen darüber hinaus auf intrakulturelle Übersetzungspraktiken als Strategie der Existenzsicherung.

Dieses Forum fokussiert in einem weiten Verständnis die (Re)Produktion von Grenzen in der grenzüberschreitenden Kooperation von Organisationen (des Bildungs- und Sozialwesens). Dabei wird die These aufgestellt, dass Praktiken und Strategien von Grenzorganisationen zuvorderst auf die Bearbeitung von Differenzen und Identitäten diesseits der Grenze abzielen (müssen), um als grenzüberschreitende Organisation bestehen zu können.

Linguistisches Forum:

Organisation in Interaktion. Sprachliche Grenzen und Grenzen ihrer Überschreitung in grenzüberschreitenden Organisationen

Sprache ist für grenzüberschreitend tätige Organisationen in zweierlei Hinsicht von herausragender Wichtigkeit: Zum einen ist eine gelingende sprachliche Verständigung die notwendige Voraussetzung für grenzüberschreitendes Handeln, zum anderen ist Sprache auch das Medium, in dem diese Grenzüberschreitung darstellbar wird. Dies macht sich sowohl bei der Selbstorganisation und -darstellung solcher Organisationen bemerkbar, als auch bei der Planung von sprachlichen Interaktionen, die zum Gegenstand metasprachlicher Aktivitäten des organisierten Sprachmanagements werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei die selbstreferentielle Konstruktion der Grenze und ihrer Überwindung, die auf einer symmetrischen Zweisprachigkeit aufbaut und die Grenzüberschreitung in diesen Organisationen im Allgemeinen symbolisch darstellt. Die konkreten Interaktionen sind aber neben den organisationsinternen und -externen Sprachideologien auch durch organisatorische Zwänge geprägt (Zeit- und Personalkosten, Sprachkompetenz, Hierarchien u.a.). So fokussiert dieses Forum die Frage, wann, wie, von wem und warum die Zweisprachigkeit, in der sich Grenzen manifestieren und reproduzieren, in konkreten sprachlichen Interaktionen genutzt wird und inwieweit diese symmetrisch ist. Gleichzeitig stellt sich die Frage, in welchem Maße die sprachliche Grenze und ihre Überwindung in der Interaktion zum Gegenstand von metasprachlichen Aktivitäten des einfachen Sprachmanagements und damit zum Gegenstand der Verhandlung wird und inwieweit die Organisationen in Interaktionen im Sinne einer interaktionsbasierten und problemlösungs-orientierten Selbstorganisation (re-)organisiert werden (können).

Soziologisches Forum:

Funktionen der Dissimulation in der grenzüberschreitenden Vermittlung von Programm und Praxis

Im Forum soll diskutiert werden, wie Übersetzungsanforderungen zwischen Programm und Praxis grenzüberschreitend abgestimmt, funktionalisiert und 'dissimuliert' werden und welche Funktion die grenzregional typische 'Integrationsrhetorik' dabei einnimmt. Als Diskussionsgrundlage dienen drei im Zuge der bisherigen Auswertungen gewonnenen Beobachtungen:

1) Grenzüberschreitend arbeitende Organisationen sind existentiell darauf angewiesen, dies- und jenseits der Grenze die Differenz von Programm und Praxis zu reflektieren und daraus Ressourcen für die grenzüberschreitende Arbeit zu generieren. Die Organisationen müssen dem auf der programmatischen Ebene ebenso unhintergehbaren wie widersprüchlichen politischen Gestaltungswillen gerecht werden, ohne dessen lineare Umsetzung auf der Praxisebene betreiben zu können.
2) Resultat ist eine übersetzende Form des 'De-Coupling', bei der Abstände zwischen der faktischen Tätigkeit und Rhetorik von Antrags- und Berichtstexten bewusst wahrgenommen und gestaltet werden.
3) Die länderspezifischen Prinzipalinteressen erzeugen einen zusätzlichen und mit dem ersteren strukturell widerstreitenden Übersetzungsbedarf: die je 'seitenspezifische' Balance zwischen Programm und Praxis der anderen Seite plausibel zu machen, um Erwartungen an Kooperationsbereitschaft so zu selektieren, dass die eigene Arbeitsgrundlage (und damit die Kooperationsfähigkeit) nicht gefährdet wird.




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Page Updated: 26-Jul-2011

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