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LINGUIST List 25.1736

Mon Apr 14 2014

Calls: Discourse Analysis, Socioling, Translation, Ling & Lit, Text/Corpus Ling/Germany

Editor for this issue: Anna White <awhitelinguistlist.org>

Date: 14-Apr-2014
From: Stefan Diemer <s.diemermx.uni-saarland.de>
Subject: Quality Television: Zwischen Laudatio und In Memoriam
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Full Title: Quality Television: Zwischen Laudatio und In Memoriam
Short Title: QTV

Date: 07-Nov-2014 - 08-Nov-2014
Location: Saarbrücken, Germany
Contact Person: Markus Schleich
Meeting Email: < click here to access email >
Web Site: http://goo.gl/2inaFa

Linguistic Field(s): Discourse Analysis; Ling & Literature; Pragmatics; Sociolinguistics; Text/Corpus Linguistics; Translation

Call Deadline: 31-May-2014

Meeting Description:

Das Forschungsprojekt „Serial Narration on Television' und die Englische
Sprachwissenschaft laden zu einer interdisziplinären Konferenz ein, die vom
07. bis 08. November 2014 an der Universität des Saarlandes (Campus
Saarbrücken) stattfindet.

Schon seit 1996 wird in der Literatur- und Medientheorie mit dem Begriff
des Quality TV (QTV) gearbeitet, aber erst nach 1999 erschienen
Kritikerlieblinge wie The Sopranos und später The Wire, Mad Men und
Breaking Bad, die man heute als „not TV', also das „andere Fernsehen'
begreift. Die Termini „Quality TV' (THOMPSON), „Art TV' (MITTELL),
„Prestige TV' (HILL) oder „Auteur Series' (DREHER) erweisen sich als
interessante Denkanstöße, bleiben aber oftmals praxisfern und umfassen,
streng ausgelegt, einen Kanon von nur wenigen Serien. Diese Begriffe sind
dabei Teil einer Aufwertungs- bzw. Legitimationsstrategie, aber auch
Distinktions- und Ausschlusskriterien. In diesem Zusammenhang stellt sich
die Frage, was konkret aufgewertet und was ausgeschlossen wird. Dienen
diese Labels dazu, Fernsehserien aus dem nach wie vor mit Argwohn
betrachteten Feld der Unterhaltungs- und Populärkultur in ernstzunehmenden
Kunstdiskursen zu verorten und somit die Spreu (das Fernsehen) vom Weizen
(QTV) zu trennen? Oder wird damit das Medium Fernsehen in seiner Gänze
veredelt und seine Potenziale hervorgehoben? Welche sprachlichen und
inhaltlichen Merkmale sind in diesem Zusammenhang für eine Einordnung
maßgeblich und kennzeichnend?

Wir freuen uns auf eine Annäherung an die Thematik QTV sowohl aus
literaturwissenschaftlicher als auch sprachwissenschaftlicher Perspektive,
gerne auch mit einem interdisziplinären Ansatz.

Call for Papers:

1. Linguistische Sektion

Der sprachwissenschaftliche Schwerpunkt befasst sich mit den besonderen
linguistischen Merkmalen des QTV. Mögliche Fragestellungen sind:

- Sprachliche Merkmale verschiedener Ausprägungen des QTV
- Sprache als Qualitätsmerkmal
- Lexikalische und syntaktische Komplexität von Sprache im QTV
- Dialogische und weitere diskursive Strukturen
- Erzählmuster und Narration
- Schriftliche oder gesprochene Sprachcharakteristika
- Übersetzung ins Deutsche (oder in andere Sprachen)
- Humor und Wortspiel im QTV
- Soziolinguistische Aspekte im QTV: Genderkonstruktion, Stereotypisierung
und regionalsprachliche Besonderheiten
- Sprachliche Innovation
- Einsatz von korpusbasierten Methoden zur Charakterisierung des QTV

2. Literatur- und Kulturwissenschaftliche Sektion

Speziell für die Literatur- Medien- und Kulturwissenschaften kann
attestiert werden, dass die oben genannten, durchaus problematischen
Begrifflichkeiten deshalb einen nicht zu bestreitenden Hype erfahren, weil
sie als Symptom eines nach wie vor boomenden Serienmarktes zu verstehen
sind, der sich aus hochwertigen Produktionen aus den USA, aber auch Europa
und anderen Teilen der Welt speist. Doch gleichzeitig ist eine zunehmende
Formalisierung des sogenannten Qualitätsfernsehen festzustellen, was Andy
Greenwald auf den Punkt bringt: PERIOD + VICE = GREEN LIGHT. Denn eine
globale Zutatenliste für QTV setzt sich, wie Logan Hill bemerkte, aus den
folgenden immer gleich bleibenden Bestandteilen zusammen: Antiheld, Ende
einer Ära, Drastik und eine Vielzahl literarischer Referenzen.

Was ist es also, dieses Qualitätsfernsehen? Ist es an der Zeit, den Begriff
zu reevaluieren? Sollte man einen engen und einen weiten QTV Begriff
verwenden, wobei letzterer auch Formate wie Sitcoms beinhaltet, die bisher
ausgeschlossen werden? Kann man sowohl chronologische als auch lokale
Ausprägungen des Qualitätsfernsehens beobachten? Lassen sich konkrete
Distinktionsmerkmale (kontroverse Themen, Kinoästhetik,
Mehrfachcodierungen, narrative Komplexität oder transmediale
Erzählverfahren) festmachen? Oder hat der Ausdruck den Gegenstand überlebt,
den er zu beschreiben sucht?

An diese und andere Fragestellungen anknüpfend, suchen wir
Beitragsvorschläge zu einer Reevaluierung und Neubestimmung des Quality TV
Begriffs und seiner Merkmale.

Interessierte Literatur-, Medien-, Sprach- und Kulturwissenschaftler sind
herzlich eingeladen, Abstracts für Beiträge (ca. 20 min) mit max. 500
Wörtern sowie kurzen biobibliographischen Angaben bis zum 31. Mai 2014 per
Email an serial.narrationgmail.com zu schicken. Dieser Call for Papers
richtet sich auch ausdrücklich an Nachwuchswissenschaftler.

Die Bekanntgabe der akzeptierten Beiträge wird bis Ende Juni erfolgen.

Eine Publikation ausgewählter Beiträge wird angestrebt. Reise- und
Unterbringungskosten können leider nicht übernommen werden.

Weitere Informationen finden sich unter www.uni-saarland.de/serial-narration



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Page Updated: 14-Apr-2014

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