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LINGUIST List 25.2669

Sat Jun 21 2014

Calls: Philosophy of Lang, Ling Theories, Pragmatics, Semantics, General Ling/Germany

Editor for this issue: Anna White <awhitelinguistlist.org>

Date: 20-Jun-2014
From: Horst Lohnstein <Horst.Lohnsteinmac.com>
Subject: DgfS 2015 - AG 8: Normalität in der Sprache
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Full Title: DgfS 2015 - AG 8: Normalität in der Sprache

Date: 04-Mar-2015 - 06-Mar-2015
Location: Leipzig, Germany
Contact Person: Franz d'Avis Horst Lonstein
Meeting Email: < click here to access email >
Web Site: http://conference.uni-leipzig.de/dgfs2015/index.php?id=68

Linguistic Field(s): General Linguistics; Linguistic Theories; Philosophy of Language; Pragmatics; Semantics

Call Deadline: 30-Aug-2014

Meeting Description:

Das Konzept der Normalität spielt in vielen Bereichen der Sprache eine zentrale Rolle. Ein möglicher Grund dafür ist, dass Annahmen über Normalität – Normalerwartungen oder Normalvorstellungen – die Komplexität sprachlichen Handelns reduzieren und damit Kommunikation vereinfachen bzw. erst ermöglichen: Bestimmte Ereignisse sind erwartbarer als andere, sie „verstehen sich von selbst“ und müssen nicht sprachlich verhandelt werden. Unter Bezug auf Konzepte wie Default, Salienz, Präferenz, Common Ground, Stereotyp, Prototyp oder Frame, die alle in unterschiedlicher Form auf die Kategorie der Normalität rekurrieren, wurden Phänomene der Syntax (z.B. normale Wortfolge, Default-Reihenfolge bei Argument Linking), der Semantik (z.B. generische Sätze, präferierte Lesarten) und der Pragmatik (z.B. Implikaturen, Frage-Antwort-Paare, Normalkontext) zu erfassen versucht. Trotzdem gibt es bisher keine kohärente linguistische Theorie der Normalität. Z.B. nutzt man ein Konzept von Default für die Analyse von skalaren Impikaturen (Einige Schüler waren pünktlich. +> Nicht alle Schüler waren pünktlich.). Neo-Grice’sche Analysen gehen davon aus, dass die Implikatur ‚nicht alle‘ normalerweise, d.h. in Abwesenheit von speziellen Umständen, mit dem Ausdruck einige assoziiert wird. Geurts (2010:93) weist nun allerdings darauf hin, dass „authors who claim that implicatures are defaults […] almost never endeavour to explain why”. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl sprachlicher Ausdruckstypen, bei deren Analyse man vermutlich auf ein Konzept von Normalerwartungen von Sprecher und/oder Hörer zugreifen muss, z.B. konzessive Konstruktionen, Exklamative. Solche Ausdruckstypen werfen die Frage auf, welchen Status Normalerwartungen von Sprechern in einer linguistischen Theorie haben sollen. Ziel der AG ist es, Linguist/inn/en zusammenzuführen, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit Phänomenen linguistischer Normalität und Normalerwartung beschäftigen, um so die vorhandene Forschung in diesem Bereich zu bündeln und neue Perspektiven zu eröffnen.

Call for Papers:

Mögliche Fragestellungen der AG sind:

Was ist Normalität in der Sprache?
In welchen Typen von Konstruktionen ist Normalität sprachlich kodiert?
Wie wird Normalität sprachlich etabliert?
Was sind normale Äußerungen (Antworten, Fragen, …)?
Wie viel Abweichung verträgt die Normalität?
Welche Rolle spielt der Kontext für die Etablierung von Normalitätserwartungen?
Was ist der Zusammenhang zwischen Normalität und Norm?

Der angesprochene Interessentenkreis kommt aus Semantik, Pragmatik, Psycholinguistik und Sprachphilosophie.

Ein Abstract mit bis zu 400 Wörtern senden Sie bitte bis zum 30.8.2014 an
Horst.Lohnsteinmac.com



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Page Updated: 21-Jun-2014

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