Editor for this issue: Brett Churchill <brett
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Karl Erich Heidolph zum Gedenken Unser Kollege Karl Erich Heidolph lebt nicht mehr. Er verstarb am 10. Mai 1998 fuenfundsechzigjaehrig nach langem, tapfer ertragenem Leiden. Karl Erich Heidolph, nacheinander Mitarbeiter in der Arbeitsstelle Strukturelle Grammatik, im Zentralinstitut fr Sprachwissenschaft und im Forschungsschwerpunkt Allgemeine Sprachwissenschaft, war einer der originellsten Denker der deutschen Sprachwissenschaft der letzten Jahrzehnte. Seine wissenschaftliche Arbeit vereinte in beispielhafter Weise profunde und stets undogmatisch gehandhabte theoretische Einsicht und erstaunliche Faktenkenntnis bis hinein ins kleinste Detail. Seine Staerke war vor allem der wissenschaftliche Disput. Ganz massgeblich hat Karl Erich Heidolph das wissenschaftliche Klima in seinem Forschungsumfeld mitgestaltet. Er lieferte immer wieder neue, oft unkonventionelle Ideen und regte durch kritische Fragen zum Weiterdenken an; viele seiner Gedanken sind in die Arbeiten seiner Kollegen eingegangen. In der wissenschaftlichen Oeffentlichkeit ist der Name Karl Erich Heidolphs vor allem mit den "Grundzuegen einer deutschen Grammatik" verbunden, einer der immer noch am meisten zitierten deutschen Grammatiken. Er war nicht nur Initiator, Mitherausgeber und Mitautor dieses Buchs. Es ist vor allem auch seinem unermuedlichen Kampf zu danken, dass die Grundzuege trotz aller durch realsozialistischen Dogmatismus und Provinzialismus gepraegten Widerstaende ueberhaupt publiziert werden konnten. Er musste dafuer mit seiner Gesundheit bezahlen. Karl Erich Heidolph war ein aufrechter Mensch, halbherzige Kompromisse waren seine Sache nicht. Seine Persoenlichkeit war gekennzeichnet durch Lebensweisheit, durch Warmherzigkeit und nicht zuletzt durch seinen im echten Sinne unvergleichlichen Humor. Wir werden ihn stets in Erinnerung behalten. Wolfgang Ullrich Wurzel im Namen vieler Kollegen, Schueler und Freunde Berlin, im Mai 1998Mail to author|Respond to list|Read more issues|LINGUIST home page|Top of issue