LINGUIST List 29.2445

Thu Jun 07 2018

Summer Schools: 3. Innsbrucker Winterschool„Potenziale der Angewandten Linguistik“ (PAL)/Austria

Editor for this issue: Sarah Robinson <srobinsonlinguistlist.org>


Date: 07-Jun-2018
From: Monika Dannerer <monika.dannereruibk.ac.at>
Subject: 3. Innsbrucker Winterschool„Potenziale der Angewandten Linguistik“ (PAL)/Austria
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Host Institution: Universität Innsbruck
Coordinating Institution: Universität Innsbruck
Website: https://www.uibk.ac.at/germanistik/pal/aktuelles.html.de

Dates: 22-Nov-2018 - 24-Nov-2018
Location: Obergurgl/Tyrol, Austria

Focus: Die Innsbrucker Winterschool „Potenziale der Angewandten Linguistik“ (PAL) wird 2018 zum dritten Mal stattfinden und ist diesmal der Diversität in Sprache und Gesellschaft gewidmet. Diversität ist ein Thema, das in engem Zusammenhang mit zahlreichen aktuellen gesellschaftlichen Diskursen wie z.B. über Bildung, Gender oder Migration steht. Dabei geht es immer wieder um Zugangsmöglichkeiten und Zugehörigkeit, um Präsenz und Sichtbarkeit einzelner gesellschaftlicher Gruppen, die sich (auch) über ihre gemeinsame Sprache definieren. In der Angewandten Linguistik und der Soziolinguistik ist sprachliche Diversität in vielfältigen Kontexten präsent (vgl. u.a. Piller 2016). Dabei wird davon ausgegangen, dass die Feststellung von Heterogenität und Diversität bzw. „Superdiversität“ (Vertovec 2007, Budach/de Saint-Georges 2017) die gleichzeitige Grundannahme von („natürlicher“ bzw. konstruierter) Homogenität voraussetzt, die Gruppen erst erfassbar und voneinander abgrenzbar macht. Dies gilt für Ortsdialekte ebenso wie für „superdiverse“ urbane Räume, für die Etablierung einer „Unternehmenssprache“, einer „Unterrichts- bzw. Bildungssprache“ oder einer nationalen Standardsprache. Sowohl Diversität als auch Homogenität basieren dabei auf Kategorisierungs- und Grenzziehungsprozessen, die auf allen Ebenen des sprachlichen Systems und seiner Realisierungen relevant werden. Wir wollen diese Prozesse – stärker als dies in den üblichen Diskussionen um Diversität der Fall ist – miteinbeziehen. Erfassbar ist Diversität in der sprachlichen Praxis, in (sprachen-)politischen Maßnahmen, aber auch in Einstellungen der SprachteilnehmerInnen und ihrer Selbstzuordnung zu sprachlich homogenen/heterogenen Räumen und sozialen Gruppen.
Minimum Education Level: Undergraduate

Description:
Konzept der Winterschool:
Der Workshop hat ein doppeltes Ziel: Zum einen wollen wir den interdisziplinären Austausch zum Thema Diversität fördern und dabei auch besonders die methodischen Herausforderungen diskutieren, indem wir renommierte LinguistInnen und WissenschaftlerInnen aus anderen Disziplinen zu Beiträgen in unterschiedlichen Formaten eingeladen haben. Zum anderen will die Innsbrucker Winterschool „Potenziale der Angewandten Linguistik“ die Vernetzung mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Dieser Call richtet sich daher speziell an DoktorandInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen, die im Themenbereich Diversität forschen. Sie erhalten die Möglichkeit, am Workshop teilzunehmen und dort ihre eigene Arbeit in einer ausfühlichen Posterpräsentation vorzustellen und mit den anderen TeilnehmerInnen zu diskutieren.

Thematische Schwerpunkte:
Im Rahmen der Winterschool soll diskutiert werden, (1) wie unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen an das Konzept „Diversität“ methodisch und theoretisch herangehen, (2) von wem, auf welcher Basis und mit welchen Mitteln Diversität in der Gesellschaft diskursiv konstruiert wird und (3) welche sozialen Funktionen und Auswirkungen sprachliche Diversität hat bzw. welche sozialen, politischen oder ökonomischen Schlüsse aus Diversität gezogen werden.

Rezeptive Deutsch- und Englischkenntnisse werden vorausgesetzt.

Vorträge eingeladener Wissenschaftlerinnen - sie werden mit den Präsentationen der NachwuchwissenschaftlerInnen verzahnt. Die Titel sind jeweils Arbeitstitel (Stand: 13.04.2018).

(1) Wissenschaftliche Verortung von (sprachlicher) Diversität

Raphael Berthele (Fribourg/Schweiz): Überlegungen zum Ignorieren, Problematisieren und Zelebrieren der sprachlichen Vielfalt im Schulkontext

Tabea Bork-Hüffer (Innsbruck/Österreich)*: Diversität und Begegnungen: Konstruktionen von Differenz im physischen und digitalen Raum

Jannis Harjus (Innsbruck/Österreich): Sprachliche Diversität aus der Sprecherperspektive: Chancen und Herausforderungen sprachlicher Kategorisierungen von laienlinguistischen Aussagen

Yvonne Kathrein (Innsbruck/Österreich): Von A wie aschling bis Z wie zuuzln: (Laien-)linguistische Konstruktion von Diversität und Homogenität am Beispiel des „Tirolischen“

Alfred Lameli (Marburg/Deutschland): Sprachliche Diversität zwischen Einstellung und Handlung – Konzeptkollisionen in der Wissenschaft

(2) Diskursive Etablierung von (sprachlicher) Diversität in der Gesellschaft
Helga Kotthoff (Freiburg/Deutschland): Schulische Sprechstundengespräche: Zur interaktionalen Diversität des Agierens der Eltern in dem institutionellen Kontext

Bernadette Müller Kmet/Vera Brandner (Innsbruck/Österreich)*: Soziale und kulturelle Differenzen in Narrationen über Bildungserfahrungen und -wünsche

Barbara Soukup (Wien/Österreich): Spracheinstellungen im Wasserkreislauf: Eine interaktionell-soziolinguistische Theorie des Gebrauchs und der Bewertung von sprachlicher Diversität

Nadine Thielemann (Wien/Österreich): Kommunikation am Arbeitsplatz – mehrsprachig, multikulturell, (super)divers. Pragmatische und gesprächslinguistische Perspektiven

(3) Auswirkungen von Diversitätskonstruktionen auf Sprache und Gesellschaft
İnci Dirim (Wien/Österreich): „Nur österreichisches Deutsch bitte!“ – Sprache als (Kampf-)Mittel migrationsgesellschaftlicher Zugehörigkeitsaushandlungen

Kristine Horner (Sheffield/UK): Die Auswirkungen sprachlicher Diversität: Sprachideologische Debatten und gesellschaftliche Spannungen im mehrsprachigen Luxemburg

Silke Meyer (Innsbruck/Österreich)*: Umgang mit Diversität bei der Polizei
* interdisziplinäre Beiträge

Linguistic Field(s): Applied Linguistics
                      Sociolinguistics

Registration: 27-Apr-2018 to 25-Jun-2018
Contact Person: Monika Dannerer
                Email: monika.dannereruibk.ac.at


Registration Instructions:
Hinweise zur Einreichung eines Abstracts Umfang und Format: max. 300 Wörter als Word-Dokument (einschließlich Literaturangaben; auf Deutsch oder Englisch) per E-Mail an: pal-germanistikuibk.ac.at Einreichfrist: 25.06.2018

Page Updated: 07-Jun-2018