LINGUIST List 29.2849

Mon Jul 09 2018

Calls: Morphology, Semantics, Syntax, Typology/Italy

Editor for this issue: Everett Green <everettlinguistlist.org>


Date: 09-Jul-2018
From: Werner Frey <freyleibniz-zas.de>
Subject: Prädikative/attributive Konstruktionen im Sprachvergl.
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Full Title: Prädikative/attributive Konstruktionen im Sprachvergl.

Date: 26-Jul-2020 - 02-Aug-2020
Location: Palermo, Italy
Contact Person: Federica Masiero
Meeting Email: < click here to access email >

Linguistic Field(s): Morphology; Semantics; Syntax; Typology

Call Deadline: 30-Sep-2018

Meeting Description:

Die Sektion beschäftigt sich mit der Syntax und der Bedeutung prädikativer und attributiver Konstruktionen im Vergleich des Deutschen mit einer weiteren Sprache/weiteren Sprachen. Dabei sind sowohl Beiträge mit synchroner als auch mit diachroner Perspektive und mit korpusbasierten Analysen willkommen. Im Folgenden seien exemplarisch einige mögliche Fragestellungen der Sektion aufgeführt:

(i) Welche Prädikationstypen treten in den Vergleichssprachen auf? Mit welchen morphologisch-syntaktischen Mitteln werden die unterschiedlichen Typen realisiert?

So verfügt z.B. das Polnische nicht generell über die Kategorien des resultativen Prädikativs und des depiktiven Prädikats. Deren Bedeutung wird häufig durch Paraphrasen wiedergegeben:

(1)
a. Der Hund bellte die Kinder wach.
b. *Pies szczekał dzieci obudzone.
c. Pies obudził dzieci szczekaniem. ‚Der Hund bellte so, dass die Kinder wach wurden.’

(ii) Gibt es Tilgungsstrategien für die Kopula?

Während im Polnischen być im Präsens in Identitätsaussagen nicht realisiert wird, kann, im Unterschied etwa zum Russischen, die Kopula in der Kopulakonstruktion im Präsens nicht generell weggelassen werden. Allerdings gibt es die sog. unpersönlichen Prädikativwörter, die im Präsens ohne być in Sätzen mit unpersönlichem, nicht overt realisiertem Subjekt auftreten.

(2)
Pora wstawać; Szkoda czasu
‚Es ist Zeit aufzustehen.‘; ‚Es ist schade um die Zeit.‘

(iii) Wie werden die im Deutschen zu beobachtenden semantischen und pragmatischen Unterschiede von depiktiven Prädikaten und nominalen Attributen und Appositionen ausgedrückt?

Vereinfachend gesagt kann mit (3a) eine permanent geltende Eigenschaft zugeschrieben werden. Dies ist mit (3c) nicht möglich. Die Eigenschaft ist hier zeitlich begrenzt. (3b) erlaubt auch nur diese Lesart, hinzu tritt ein Moment der Bewertung durch den Sprecher.

(3)
a. Der [gut gekleidete] Professsor betrat den Hörsaal.
b. Der Professsor - [gut gekleidet] - betrat den Hörsaal.
c. [Gut gekleidet] betrat der Professor den Hörsaal.

(iv) Im Deutschen wird mit postnominalen, unflektierten Adjektiven des Typs in (4a) eine wertende Sprechereinstellung zum Ausdruck gebracht. Wie wird diese spezielle Bedeutung in Sprachen wiedergegeben, in denen Adjektivattribute sowohl pränominal als auch postnominal i.d.R. in flektierter Form auftreten müssen? Das Italienische z.B. greift hier teilweise zur Realisierung durch eine PP, s. (4b).

(4)
a. Romantik pur, Urlaub total
b. romanticismo allo stato puro, vacanze a tutto tondo

Call for Papers:

Beitragsvorschläge (etwa 500 Wörter) sind bis zum 30.09.2018 an die folgende E-Mail-Adresse zu schicken: federica.masierounipd.it. Information über die Annahme der Beiträge erhalten Sie bis zum 15-10-2018. Dauer der Vorträge: 30 Minuten Vortrag + 10 Minuten Diskussion.

Für etwaige Rückfragen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Ihre Sektionsleitung

Federica Masiero (Università degli Studi di Padova)
federica.masierounipd.it

Anna Just (Università di Varsavia)
a.justuw.edu.pl

Werner Frey (Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft, Berlin)
freyleibniz-zas.de


Page Updated: 09-Jul-2018