LINGUIST List 32.1841

Wed May 26 2021

Calls: Germanic; Gen Ling, Ling Theories, Psycholing, Semantics, Text/Corpus Ling/Germany

Editor for this issue: Lauren Perkins <laurenlinguistlist.org>



Date: 26-May-2021
From: Barbara Schlücker <barbara.schlueckeruni-leipzig.de>
Subject: Mehrdeutigkeit bei Mehrwortlexemen
E-mail this message to a friend

Full Title: Mehrdeutigkeit bei Mehrwortlexemen

Date: 25-Sep-2022 - 28-Sep-2022
Location: Paderborn, Germany
Contact Person: Barbara Schlücker
Meeting Email: < click here to access email >

Linguistic Field(s): General Linguistics; Linguistic Theories; Psycholinguistics; Semantics; Text/Corpus Linguistics

Language Family(ies): Germanic

Call Deadline: 15-Jul-2021

Meeting Description:

Mehrdeutigkeit bei Mehrwortlexemen
Doppelpanel beim Deutschen Germanistentag 2022, 25.-28.09.2022, Paderborn
Organisatorinnen: Rita Finkbeiner und Barbara Schlücker

Mehrwortlexeme wie jdn. auf die Palme bringen gelten als prototypische Beispiele mehrdeutiger Ausdrücke, da bei ihnen häufig die intendierte, nicht-kompositionale der wörtlichen Bedeutung gegenübersteht. Wann solche Mehrwortlexeme tatsächlich mehrdeutig sind und ob und wie diese Mehrdeutigkeit von Hörer:innen verarbeitet wird, hängt von einer Vielzahl von Faktoren wie Frequenz, Kontext, Sinnhaftigkeit der wörtlichen Bedeutung etc. ab, vgl. 'jdm. die Haare vom Kopf fressen' vs. 'jdm. einen Korb geben'. Solche Faktoren sind in der phraseologischen und psycholinguistischen Literatur umfassend diskutiert worden.
Der Fokus unseres Panels soll hingegen auf Mehrwortlexemen abseits der klassischen Idiome liegen, bei denen sich die Frage nach einer Mehrdeutigkeit weniger einfach beantworten lässt. So stellt sich die Frage nach einer etwaigen Mehrdeutigkeit u.a. bei lexikalisch teilspezifizierten, satzwertigen Konstruktionen wie [Kein X ohne Y] (Kein Weihnachten ohne Punsch) oder [X ist das neue Y] (Sechzig ist das neue Vierzig), die eine spezifische Konstruktionsbedeutung haben, aber je nach Kontext und lexikalischer Füllung unterschiedliche Äußerungsbedeutungen trans-portieren können. Auch an lexikalisch teilspezifizierte Konstruktionen unterhalb der Satzebene ist zu denken, etwa metaphorische Konstruktionen wie [Det Nprop der/des X] (der Donald Trump des Ortsbeirats) oder ambige Konstruktionen wie [von N1 zu N1] (von Tür zu Tür vs. von Mann zu Mann). Auch Adjektiv-Nomen-Verbindungen wie 'häusliche Gewalt', 'entfernte Verwandte' sind oft (schwach) mehrdeutig. Wenig geläufige Mehrwortlexeme werfen schließlich die Frage auf, welche Interpretationsstrategien Hörer:innen vornehmen, die ein Mehrwortlexem und damit seine spezifische Konstruktionsbedeutung gar nicht (er-)kennen.

Ziel des Panels ist es, das breite Spektrum unterschiedlicher Arten und Ausprägungen von Mehrdeutigkeit bei verschiedenen Typen von Mehrwortlexemen des Deutschen systematisch in den Blick zu nehmen. Es sind Beiträge erwünscht, die sich der Mehrdeutigkeit von Mehrwort-lexemen aus theoretischer, korpuslinguistischer oder psycholinguistischer Perspektive widmen. Zu denken ist sowohl an theoretische Fragen wie nach Mehrdeutigkeitsgraden als auch an Fallstudien zur Mehrdeutigkeit bestimmter Mehrwortlexemtypen und Studien zur Verarbeitung (schwach) mehrdeutiger Konstruktionen.

Call for Papers:

Wir erbitten Vorschläge für Vorträge (20 Min.) im Umfang von max. 500 Wörtern (ohne Literaturangaben) bis zum 15.07.2021 an barbara.schlueckeruni-leipzig.de und finkbeineruni-mainz.de. Die Rückmeldung über die Annahme erfolgt bis spätestens 30.08.2021.




Page Updated: 26-May-2021