Publishing Partner: Cambridge University Press CUP Extra Publisher Login

New from Cambridge University Press!

ad

Revitalizing Endangered Languages

Edited by Justyna Olko & Julia Sallabank

Revitalizing Endangered Languages "This guidebook provides ideas and strategies, as well as some background, to help with the effective revitalization of endangered languages. It covers a broad scope of themes including effective planning, benefits, wellbeing, economic aspects, attitudes and ideologies."



E-mail this page

We Have a New Site!

With the help of your donations we have been making good progress on designing and launching our new website! Check it out at https://linguistlist.org/!
***We are still in our beta stages for the new site--if you have any feedback, be sure to let us know at webdevlinguistlist.org***

Dissertation Information


Title: Kulturgepraegte Konnotationen im interkulturellen sprachlichen Handeln (kulturkontrastive Analyse ausgewaehlter Personenbezeichnungen in deutscher und russischer Sprache) Add Dissertation
Author: Jouri Istiaguine Update Dissertation
Email: click here to access email
Institution: Universität Leipzig, Department of Germanic Studies
Completed in: 2003
Linguistic Subfield(s): Discourse Analysis; Pragmatics; Sociolinguistics;
Subject Language(s): German
Russian
Director(s): Ulla Fix
Ludmilla Grischaewa
Peter Porsch

Abstract: Die wachsende Rolle der interkulturellen Kommunikation im Alltag fordert vom Menschen neben dem Verständnis für das Andere auch die Kompetenz für den Umgang mit dem Anderen. Im engeren Sinne geht es um die interkulturelle kommunikative Kompetenz, die in der Kommunikation eingesetzt wird. Ein Grundstein dieser Kompetenz wird nicht mit dem Wissen der Wörter, sondern mit dem Wissen über Wörter einer Fremdsprache gegeben. Dieses Wissen ist eng vernetzt mit der Kenntnis der kulturellen Rahmenbedingungen ihres Funktionierens innerhalb einer Sprachgemeinschaft.


Im ersten theoretischen Teil der Arbeit werden die zentralen Begriffe Kultur und interkulturelle Kommunikation erläutert. Im zweiten theoretischen Teil werden verschiedene Konnotationsauffassungen aus der Semiotik und der Linguistik in den Vordergrund gezogen und miteinander verknüpft. Anschließend wird eine Definition der Kulturkonnotation ausgearbeitet, die tragfähig für diese Untersuchung sein sollte.


Den Ergebnissen der theoretischen Annäherungen folgend, werden in der komplexen ethnosemantischen Untersuchung von Personenbezeichnungen semiotische und linguistische Analyseverfahren kombiniert. In einem interkulturellen kommunikativen Akt agieren mindestens zwei Sprecher, wobei einer die gemeinsame Kommunikationssprache als eine Fremdsprache gelernt hatte. Im Fremdsprachenerwerb ist ein Lerner auf lexikographische Quellen angewiesen. Er schöpft sein Wissen über Wörter einer Fremdsprache aus Wörterbüchern. Doch in Wörterbüchern werden Bedeutungen von Wörtern oft unausreichend dargestellt, viele Verwendungsmöglichkeiten von Wörtern werden nicht berücksichtigt. Dabei findet sich in jeder Sprache einen so genannten Kernwortschatz, in den solche Wörter eingehen, die mit tiefen kulturellen Codes einer Kultur verbunden sind. Diese Kreuzung mit kulturellen Konzepten geschieht auf der konnotativen Ebene. Die Konnotationen der Wörter aus dem Kernbereich der Sprache können die interkulturelle Kommunikation negativ beeinträchtigen und sogar zur Null-Kommunikation führen. Das Phänomen „Kulturprägung“ kommt erst dann zustande, wenn Wörter einer Sprache im Kontrast zu den Wörtern einer anderen Sprache beschrieben werden. Deshalb werden im praktischen Teil der Arbeit fünfzig Personenbezeichnungen der deutschen Sprache mit deren russischen Äquivalenten kultur- und sprachkontrastiv beschrieben. Der Beschreibung der Belege wird eine lexikographische Analyse ausgewählter deutscher Personenbezeichnungen vorausgeschickt. Auf diese Weise wird ein weiteres Ziel verfolgt, mögliche Mängel befragter deutscher Wörterbücher in Bezug auf die Darstellung der Bedeutungsstruktur von Personenbezeichnungen aufzudecken.


Das empirische Kapitel zeigt, dass Personenbezeichnungen sowohl relativ stabile als auch im Wandel begriffene Kulturkonnotationen aufweisen. Die Gründe für die Beständigkeit von Kulturkonnotationen sind auf stabile kulturelle Verfügbarkeiten zurückzuführen, welche mit Wörtern bezeichnet werden bzw. auf welche diese Wörter referieren. Im größten Teil handelt es sich um Rituale bzw. musterhafte und zum Teil ritualisierte Handlungen. Der Wandel von Konnotationen lässt sich auf einen dynamischen soziokulturellen Kontext der Gesellschaften zurückzuführen.